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Der russische Kreuzer Murmansk

Gerade als die Kirchenglocken am Heiligabend 1994 Weihnachten einläuteten, erhielten die Einwohner von Sørvær ein Weihnachtsgeschenk der ganz besonderen Art: der russische Kreuzer "Murmansk" trieb manövrierunfähig direkt auf den Ort zu.


Murmansk
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Er hatte sich auf seinem Weg zur geplanten Verschrottung in Indien vor der Insel Senja (Troms) vom Schlepper gelöst und trieb anschließend ohne Kapitän und Mannschaft vier Tage lang in schwerer See. Es gelang weder der Küstenwache noch der Marine, das Schiff aufzubringen, schliesslich strandete es -Ironie des Schicksals- direkt unterhalb der NATO-Radarstation in Sørvær! 

Seitdem liegt die "Murmansk" etwas unterhalb eines steilen Berges auf Grund, nur einige Steinwürfe vom idyllischen Ort Sørvær entfernt. Das rostige Wrack, mit einer Länge von 211 m und einem Gewicht von 17.000 t, ist zu einer ungewollten Landmarke für den kleinen Küstenort mit etwa 300 Einwohnern geworden.

Die "Murmansk"  liegt fest auf Grund in einem etwa 15 m tiefen Seegebiet. Der Kiel des Schiffes hat sich tief in den Meeresboden eingegraben. Mit schöner Regelmäßigkeit verschafft die "Murmansk" dem Ort Sørvær die Aufmerksamkeit der Medien, sei es im Zusammenhang mit mißglückten Versuchen, das Wrack zu heben und weiter zu schleppen , sei es die Furcht vor 400 an Bord versteckten Tonnen Schweröl.

Im Juni 2001 kam die Nachricht, daß die Firma "Graveservice" aus Skien, Norwegens größte auf Schiffsverschrottung spezialisierte Firma, nach Sørøya kommen wird, um die „Murmansk" aus der Nähe zu betrachten und eine mögliche Bergung und Zerteilung des Wrackes zu planen.


So sah die "Murmansk"  früher einmal aus….

Die Besatzung dieser Kriegsmaschine bestand aus 1800 sowjetischen Matrosen, und ein Hauch des „Kalten Krieges" weht auch heute noch über dem Kreuzer. Kabinen mit alten Lichtschaltern an der Wand und Tafeln mit russischen Befehlen und Anweisungen, an denen der Zahn der Zeit fast spurlos vorübergegangen ist, findet man auf dem Schiff.

Der Kommandoturm erinnert vor allem an Hitlers Bunker in der Reichskanzelei in Berlin. Diejenigen, die sich innerhalb dieses Turmes aufhielten, sollten zweifelsfrei die meisten Angriffe überleben. 

Heute liegt die „Murmansk" als Geisterschiff  in den Schären vor Sørvær und ist eher ein Schandfleck als eine Attraktion, auf den die Gemeinde Hasvik gut hätte verzichten können.

Es ist nur geringer Trost, daß die Winterstürme im Laufe von einigen Jahren, vielleicht einem Jahrzehnt oder zwei, die Aufbauten und Relingteile entfernen werden, die über die Wasserlinie reichen