
Murmansk
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Er hatte sich auf seinem Weg zur geplanten
Verschrottung in Indien vor der Insel Senja (Troms) vom Schlepper gelöst und
trieb anschließend ohne Kapitän und Mannschaft vier Tage lang in schwerer See.
Es gelang weder der Küstenwache noch der Marine, das Schiff aufzubringen,
schliesslich strandete es -Ironie des Schicksals- direkt unterhalb der
NATO-Radarstation in Sørvær!
Seitdem liegt die "Murmansk" etwas
unterhalb eines steilen Berges auf Grund, nur einige Steinwürfe vom idyllischen
Ort Sørvær entfernt. Das rostige Wrack, mit einer Länge von 211 m und einem
Gewicht von 17.000 t, ist zu einer ungewollten Landmarke für den kleinen
Küstenort mit etwa 300 Einwohnern geworden.
Die "Murmansk" liegt fest auf
Grund in einem etwa 15 m tiefen Seegebiet. Der Kiel des Schiffes hat sich tief
in den Meeresboden eingegraben. Mit schöner Regelmäßigkeit verschafft die
"Murmansk" dem Ort Sørvær die Aufmerksamkeit der Medien, sei es im
Zusammenhang mit mißglückten Versuchen, das Wrack zu heben und weiter zu schleppen
, sei es die Furcht vor 400 an Bord versteckten Tonnen Schweröl.
Im Juni 2001 kam die Nachricht, daß die Firma
"Graveservice" aus Skien, Norwegens größte auf Schiffsverschrottung
spezialisierte Firma, nach Sørøya kommen wird, um die Murmansk" aus der
Nähe zu betrachten und eine mögliche Bergung und Zerteilung des Wrackes zu
planen.
 So sah die "Murmansk" früher einmal aus
.
Die Besatzung dieser Kriegsmaschine bestand
aus 1800 sowjetischen Matrosen, und ein Hauch des Kalten Krieges" weht
auch heute noch über dem Kreuzer. Kabinen mit alten Lichtschaltern an der Wand
und Tafeln mit russischen Befehlen und Anweisungen, an denen der Zahn der Zeit
fast spurlos vorübergegangen ist, findet man auf dem Schiff.
Der Kommandoturm erinnert vor allem an
Hitlers Bunker in der Reichskanzelei in Berlin. Diejenigen, die sich innerhalb
dieses Turmes aufhielten, sollten zweifelsfrei die meisten Angriffe
überleben.
Heute liegt die Murmansk" als
Geisterschiff in den Schären vor Sørvær und ist eher ein Schandfleck als
eine Attraktion, auf den die Gemeinde Hasvik gut hätte verzichten können.
Es ist nur geringer Trost, daß die Winterstürme im Laufe von einigen
Jahren, vielleicht einem Jahrzehnt oder zwei, die Aufbauten und Relingteile
entfernen werden, die über die Wasserlinie reichen
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