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Das Naturschutzgebiet Sørsandfjord

Der Sørsandfjord ist ein kleiner und unglaublich idyllischer Fjord auf der Außenseite Sørøyas, genau gegenüber vom Ort Breivik. Der Fjord ist zur See hin etwa 2 km breit und verengt sich landeinwärts auf einer Länge von 1,5 km auf 1 km.


Sørsandfjord
Copyright © 2003, Anne Olsen-Ryum

Um hierher zu gelangen, folgt man der Straße von Hasvik über Breivikbotn nach Breivik. Einige Meter hinter der Abfahrt nach Breivik liegt ein unbefestiger Parkplatz an der rechten Seite der Straße. Von hier folgen Sie einfach dem Pfad über durch leicht begehbares Gelände nach Sandvika. Die Wanderung durch die idyllische Fjellumgebung dauert etwa eine Stunde. 

Das Gebiet um den Sørsandfjorden wurde im Jahr 1991 zum Naturschutzgebiet erklärt. Ziel ist es auch hier, die einmalige Dünenlandschaft und die seltene Vegetation zu erhalten. Aus diesem Grund ist es z. B. verboten, ein offenes Feuer zu entfachen oder Feuerholz in den Dünen zu sammeln.

Das Befahren des Geländes mit Motorfahrzeugen aller Art und die Einführung neuer Pflanzenarten ist ebenfalls nicht gestattet.

Im Sørsandfjord speilte sich im April 1942 folgendes Drama ab:
Am 28. März 1942 wurde die M/S „Raceland" vor der Küste der Finnmark versenkt. Das Boot einem alliierten Murmansk-Konvoi. Von der 45 Mann starken Besatzung verschwanden 30 spurlos. Die übrigen 15 Besatzungsmitlieder erlebten furchtbare Tage in einem 30 Fuß langen Rettungsboot bevor sie, nach einer einwöchigen Segelfahrt in einem furchtbaren Unwetter, im Sørsandfjord am äußersten Ende Sørøyas an Land gelangten.
 

Sie wurden von Katrine und Adolf Olaussen aus Breivik gefunden, die hier in den ersten Apriltagen 1942 Heu holten. Zu diesem Zeitpunkt waren 8 der 15 Seeleute im Rettungsboot bereits tot. Zwei Mannschaftsangehörige, ein Däne und ein Norweger, hatten sich im Heu vergraben. Sie waren die ganze Zeit der Meinung gewesen, sich auf russischem Boden zu befinden und weigerten sich zunächst zu glauben, daß sie sich auf Sørøya in der Vest-Finnmark befanden.

Die beiden waren nicht alleine. Um ein Feuer am Strand herum lagen sechs weitere Seeleute, einer von ihnen tot, die anderen Überlebenden in einer sehr schlechten Verfassung. Einer von ihnen, der Norweger Jens Jensen, hatte während der Woche im Rettungsboot schwere Erfrierungen an beiden Beinen erlitten. Am Strand hatte er im Schlaf die gefühllosen Beine in die Wärme des Feuers gelegt -beide Beine sahen deshalb aus wie verbrannte Kohle. 

Der Tote am Strand war ein junger Kanadier, nur etwa 16, 17 Jahre alt. Er lag so, als ob er schliefe und das friedliche, jugendliche Gesicht hinterließ einen tiefen Eindruck bei den anderen. Es wurde berichtet, daß der Junge während der Tage im Rettungsboot seine Kameraden durch Gesang und seine bis zum Schluß gute Stimmung aufgemuntert habe. Er kam lebend an Land und erreichte das Feuer in Sørsandfjord, wo er nach den Entbehrungen und Strapazen verstarb. 

Unter den Überlebenden im Sørsandfjorden waren zwei Norweger, zwei Dänen, ein Weißrusse, ein Spanier und ein Este. Das Boot „Heimdal", ein 30 Fuß langer Kutter im Besitz von Harry Dahl aus Sørvær, holte die Überlebenden ab. Mit an Bord waren Konrad Dahl und Per Hustad.

In Sørvær wurden die Überlebenden an Land getragen und auf ein einfaches Lager aus Matratzen in ein leeres Haus im Zentrum gebettet. Menschen kamen mit Bettzeug und Nahrung , und die Hebamme Magda Dahl leistete medizinische Hilfe. Nach kurzer Zeit kam ein deutsches Marineboot, um die sieben Überlebnden abzuholen. Die Deutschen versorgten sie medizinisch an Bord des Schiffes, sie wurden in anständige Kojen gelegt und von deutschen Sanitätern betreut. Alle sieben landeten im Gefangenenlager in Sydspissen in Tromsø.

Die acht Toten wurden einige Tage später aus Sørsandfjord geholt. Dieses Mal fuhr das 37 Fuß lange Boot „Liljen"  von Trygve Pedersen aus Sørvær, Per Hustad war auch bei dieser Fahrt mit an Bord.


Der Sjørsandfjord mit Blick auf das offene Meer
Copyright © 2003, Anne Olsen-Ryum